Szenische Lesung – Ein Format für unsere Zeit

Um das Besondere an der szenischen Lesung zu erklären, bietet sich ein Vergleich mit einem ebenfalls besonderen Format aus der Welt der Musik an: mit der konzertanten Aufführung einer Oper. Der Verzicht auf eine aufwändig gestaltete Bühne und Kostüme mag den Aficionados des klassischen Musiktheaters die ersehnte visuelle Verdeutlichung und Überformung von Komposition und Libretto vorenthalten, durch die Leistungen grossartiger Gesangskünstler und Instrumentalisten und deren physische Präsenz wird ihnen die Kernbotschaft des Werks ungeschmälert und hochkonzentriert übermittelt.

Ganz ähnlich die szenische Lesung: sie verlangt von den Interpreten der Texte hohe Sprechkultur, Artikulation und Dynamik, begleitet von zurückhaltender, feinste Mimik und Gestik, und setzt so das «Kopfkino» der Zuhörerschaft in Gang. 

Die Dramaturgin und Regisseurin Marion Schmidt-Kumke kann dank ihrer langjährigen Arbeit mit diesem Format den Texten durch ihre von grossem Respekt vor den Original geprägte Bearbeitung und dem Engagement der namhaften literaturaffinen Schauspielerinnen und Schauspieler eine zusätzliche Dichte und Wirkung verleihen

Autor:

I am a critical observer and commentator of the present, and of it as an echo and sometimes a reedition of the past. My comment are anchored in the study of the history of sciences, arts and politics, passing from antiquity to renaissance, the enlightenment, the early 19th and the early 20th century and concentrating on the disappearance and reappearance of ideas and methods of thinking and on interactions between science, arts and policy. On this basis, my comments can be ironic or sarcastic and often end in clear political statements.